Aus Luxemburg kommen die Kitshickers, die in ihrer Musik viel mehr machen, als nach Scheiße zu treten, denn die würde an den Schuhen kleben bleiben und einen unangenehmen Geruch nach sich ziehen. Die Kitshickers gibt es auch nicht erst seit gestern, aber ihre Musik ist zu vertrackt und komplex, um sich direkt schnell zu erschließen und damit schnell zu einer interantional bekannten Größe zu werden. Manchmal sind es aber gerade diese Bands, die viel mehr bewegen, als die großen, die groß sind, weil jeder etwas mit ihnen anfangen kann.
"...so that's the miracle of life..." ist das mittlerweile vierte Album der Musiker und führt den Weg konsequent fort. Ganze sechs Songs warten auf den Hörer, der damit aber trotzdem fast eine Stunde beschäftigt wird. Und beschäftigen muss man sich mit der Band, wenn man die ganzen Spektren der Musik zwischen Noise und Stille erfahren will. Discotauglich ist weder das kratzige Intro, noch irgendeine andere Note dieser Querköpfe, aber das muss es ja nicht immer sein. Musikalisch mehr als fähig wird hier zwischen Krach, Gitarrenriffs, Samples und plötzlichen Breaks mit ruhigen, sphärischen Elementen gewechselt und immer wieder aufs neue überrascht. Damit ist das Album mal wieder nichts für zwischendurch, sondern etwas vor allem wohl für Musiker, die sehen und hören wollen, was man alles machen kann, wenn man aus den normalen Strukturen ausbricht. Hauptsächlich instrumental gibt es auch hin und wieder Gesang oder Gerede, jazzige Elemente treffen auf brachiale Gitarren und trotzdem lebt das Album weniger von seiner Wucht, als von seiner Atmosphäre, denn gerade die eher ruhigeren Elemente haben doch die Oberhand in diesem Klangwürfel. Interessant, aber keine leichte Kost und es bleibt fraglich, ob die Musik viel Gehör findet oder eher auf taube Ohren stößt. Anhand des Bekanntheitsgrades der Kitshickers wohl eher letzteres, aber oft ist es - wie eingangs erwähnt - ja nicht die Quantität, die für die Musiker von Bedeutung ist. "...so that's the miracle of life..." ist also Musik für Musiker, und ich bin keiner...
Bewertung : 9/15
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