Wer sechs Songs auf knapp 60 Minuten unterbringt muss es faustdick hinter den Ohren haben. Und wer dazu wie die Kitshickers in einer Welt aus Fantasyfiguren, Progmetal und komplexen Breitwandarrangements lebt, muss sich um die Schublade auch keine Sorgen mehr machen: ArtRock. Hier wird sich hemmungslos mit frickligen Instrumentaleinlagen, komplexen Gitarrensoundwände, wirren Samples und auch mal emoesken Minimalriffs ausgelebt und man zitiert munter aus Metal, Grunge und Pop ohne angesichts des Stilwirrwars irgendwelche Gewissensbisse zu bekommen. Doch bei all dem charmanten Durcheinander und Abwechslungsreichtum klingt mir die Platte des luxemburger Quartetts dann doch zu bemüht und übervorsichtig. Vor allem stört mich das ständige Zurückfallen aufs Zeitlupentempo, denn das nimmt den Songs viel von der Dynamik und Spannung. Klar sind Kontraste wichtig um den Haudraufpassagen die richtige Wirkung zu geben, aber hier wird das Tempo nur zum Zwecke rausgenommen, die Songs auch ja die 10-Minuten-Grenzen durchbrechen zu lassen. Da wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Aber wenn dir das perfektionistische Chaos der Fantomas zu kopflastig ist und du das letzte Tool-Album ins Herz geschlossen hat, dann solltest du es mal hiermit versuchen....
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