Die Kitshickers könnte man als The Mars Volta light bezeichnen. Nicht ganz so sprunghaft, nicht ganz so experimentell aber doch auch ziemlich unkonventionell und durchgeknallt. So sind auf ihrem aktuellen Album gerade mal fünf „echte“ Songs und trotzdem bringt es die Platte auf eine knappe Stunde Spielzeit.
Los geht’s allerdings erst mal mit einem dröhnenden Intro, welches leicht mystische Stimmung verbreitet. Elektrogeplänkel, Maschinengeräusche, eine elektronisch verzerrte Stimme und ein paar gezupfte Saiten sind auszumachen bevor die Einleitung nach zwei Minuten zweiundvierzig nahtlos in den ersten Song „...and what else do you need...“ übergeht. Tapping Gitarren verleihen dem Stück anfangs eine enorme Dynamik, setzten dann jedoch aus und machen atmosphärischem Wohlklang Platz. Dann mehrstimmiger Gesang, der immer lauter wird und wieder zurück zu den Tapping Gitarren vom Beginn, doch auch die werden wieder abgehackt mit rhythmischem Riffs. Fernsehnachrichten O-Töne setzten ein und dann geht’s noch mal zurück ins Anfangsthema, bevor der Song abrupt abbricht.
Derart detailiert, werde ich die folgenden Songs wohl nicht mehr durchgehen, handelt es sich doch bei „...and what else do you need...“ mit sechseinhalb Minuten um den kürzesten Song des Albums. Generell kann jedoch festgehalten werden, dass bei den Kitshickers eher Atmosphäre regiert als Zurschaustellung von Talent. Oder um beim Vergleich mit The Mars Volta zu bleiben – die Kitshickers überfordern einen nicht mit klanglichen Eindrücken, sondern wiederholen jeden Part oft genug bevor sie einen Hacken schlagen.
Die irrsinnigste Wendung der ganzen Platte ist wohl in dem Song „...cause your whole life...“ der nach sieben Minuten von sanften Akkorden umschlägt in fröhlich, tanzbaren Swing inklusive Trompete und Orgel. Der letzte Track bringt es dann auf siebzehn Minuten und danach geht gar nichts mehr. Mir persönlich sind hier entweder die Songs zu lang bzw. zu wenige Wendungen drin um spannend zu bleiben, aber es soll ja auch Leute geben, die auf ewige Wiederholungen stehen...
Ach ja, die Tracks scheinen übrigens zusammen mit dem Albumtitel einen Satz zu bilden, der da lautet: „...so that’s the miracle of life...and what else do you need...to be happy again…’cause your whole life...you knew...you were already dead.“
Aha!
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