Rote Raupe.de

reingehört*
bands aus luxemburg kreuzen ja eher selten unseren weg. viel zu selten möchte man angesichts des soundgewaltigen albums von den "kitshickers". es ist ein förmlicher brocken, der sich unförmig vor einem aufbaut und den weg versperrt. man rennt gegen in an und will weiter, man arbeitet sich auf. so kann es nicht gehen. man sucht einen anderen weg. man setzt sich mit dem fels auseinander. betrachtet ihn genau und entdeckt dann leichte einkerbungen an seiner außenhaut.

zäh beginnt das 4. album der "kitshickers". es wird jedoch von minute zu minute fragiler und entflechtet sich scheinbar selbst. einzelne gitarrenthemen kreisen einsam und werden dann schlagartig mit massiven einsatz aller instrumente aufgefüllt. dabei erinnern sie manchmal stark an stoner rock bands der 90er jahre, aber ohne die qualität dieser zu erreichen. an anderer stelle an 70er rockbands und deren gezieltes gitarrenspiel. dabei erhöhen sie bei jedem lied die länge, bis sie beim letzten lied bei 17:11 minuten angekommen sind. leider wirken sie zu sehr fokussiert auf ihr eigenes spiel, als dass sie den liedern den nötige freiraum geben würden. so wirkt es doch sehr verkrampft und wird nur hier und da aufgelockert. etwa als sie plötzlich die düsternis vertreiben, einen schritt aus dem dunklen wald gehen und auf einer lichtung stehen. dort scheint plötzlich alles möglich. zuckersüßer pop und noise nebeneinander. man wünscht sich mehr solche überraschende stellen.
tore

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